Gartenmonat September: säen, pflanzen, ernten

Gartenmonat September: Knoblauch stecken, Feldsalat säen, Kürbis und Kartoffeln ernten – und am Berg rechtzeitig an den ersten Herbstfrost denken.

Zuletzt geprüft am · von Sylvia Falbesoner


Im September wird das Licht weicher, die Morgennebel kommen zurück, und der Garten schaltet spürbar einen Gang runter – nur die Erntekörbe wissen davon nichts. 98 Kulturen stehen jetzt im Erntefenster, genauso viele wie im August: Die Kürbisse leuchten orange durchs Laub, die letzten Paradeiser reifen um die Wette mit dem Kalender, und aus der Erde kommen Kartoffeln, Karotten und Rote Rüben für den Wintervorrat.

Gleichzeitig ist der September ein Monat der Weichenstellungen: Der Knoblauch fürs nächste Jahr will in die Erde, die letzten Wintersalate ins Beet – und wer am Berg gärtnert, behält ab jetzt jede klare Nacht im Auge. Der erste Herbstfrost entscheidet, was vom Sommer noch zu retten ist. Und das Winterbeet will jetzt gesät sein – im Oktober ist dieses Fenster praktisch zu. Hier kommt dein Plan für den Monat.

Direktsaat im September: das Winterbeet füllen

Zehn Kulturen lassen sich jetzt noch direkt säen – ein kleines, aber feines Fenster für alle, die auch im Winter frisches Grün ernten wollen. Die sicherste Bank ist der Feldsalat, dicht gefolgt von Spinat und Postelein. Auch Asia-Salate, Rucola, Pflücksalat und Rübstiel keimen jetzt noch, dazu Kerbel für die Kräuterküche und eine letzte schnelle Runde Radieschen. Je früher im Monat du säst, desto mehr Wachstum nehmen die Pflanzen vor dem Winter noch mit.

Ein Trick für alle, die spät dran sind: Unter Vlies oder im Frühbeet keimen die Herbstsaaten zuverlässiger und wachsen ein paar wertvolle Wochen länger. Gerade am Berg macht diese kleine Abdeckung oft den Unterschied zwischen einem Winterbeet, das trägt, und einer Saat, die stecken bleibt.

Pflanzung: Knoblauch, Erdbeeren und die ersten Beerensträucher

Die wichtigste Pflanzung des Monats ist unscheinbar: Knoblauch. Zehe für Zehe jetzt gesteckt, wurzelt er noch vor dem Winter ein und belohnt dich im nächsten Sommer mit dicken Knollen. Er mag ein sonniges Beet mit lockerem Boden, auf dem zuletzt keine Zwiebelgewächse standen – und als Pflanzgut nimmst du nur gesunde, feste Zehen. Auch Erdbeeren können im September noch gepflanzt werden – je früher, desto besser wurzeln sie vor dem Winter ein.

Im Obstgarten beginnt die Pflanzsaison der Beerensträucher: Himbeere und Heidelbeere machen den Anfang, im Oktober folgt dann die ganze Verwandtschaft. Wer Rhabarber teilen oder neu setzen will, hat jetzt ebenfalls den richtigen Zeitpunkt – und auch Chinakohl-Jungpflanzen und Minze dürfen noch ins Beet.

Ernte im September: einholen und einlagern

Der September erntet doppelt: für den Teller und für den Keller. Frisch auf den Tisch kommen die letzten Paradeiser, Paprika und Chili, dazu Zuckermais, Buschbohnen und Knollenfenchel. Im Obstgarten reifen Tafeltrauben, Aronia und – eine schöne Rarität – die ersten Kiwibeeren.

Dazwischen liefert das Herbstbeet die erste neue Frische: Endivie, Zuckerhut und Radicchio sind so weit, Porree und Wirsing stehen bereit, Himbeeren tragen vielerorts noch, und auch Steckrüben und die ersten Süßkartoffeln kommen aus der Erde. Wer im Sommer Ringelblumen und Kapuzinerkresse blühen ließ, sammelt jetzt nebenbei deren Samen fürs nächste Jahr.

Für den Vorrat kommen Kartoffeln, Karotten, Rote Rüben und die ersten Kürbisse aus dem Beet. Damit die Ernte nicht im November schrumpelig wird, lohnt sich ein Blick in den Guide Gemüse richtig lagern – und welche Kulturen sich überhaupt monatelang halten, zeigt die Übersicht der besten Lagergemüse. Grün gebliebene Paradeiser musst du übrigens nicht wegwerfen: Sie reifen drinnen nach.

Für die Kartoffelernte wählst du am besten einen trockenen Tag: die Knollen ein paar Stunden abtrocknen lassen, grob von Erde befreien – nicht waschen – und nur makellose Exemplare dunkel einlagern. Grüne Stellen sind dabei kein Schönheitsfehler, sondern ein Warnsignal: Sie enthalten Solanin. Kleine grüne Stellen großzügig wegschneiden, stark ergrünte Knollen ganz aussortieren.

Fürs Einlagern selbst gelten drei einfache Regeln: nur unbeschädigte, ausgereifte Exemplare in den Vorrat nehmen, anhaftende Erde dranlassen statt waschen, und alles kühl, dunkel und frostfrei unterbringen. Beschädigtes wandert direkt in die Küche – dort ist es am besten aufgehoben.

Arbeiten im September

Beete räumen und Kompost füttern

Nach und nach werden die Sommerbeete frei. Gesunde Pflanzenreste sind kein Abfall, sondern Futter für den Kompost – nur kranke Teile (etwa mit Braunfäule) gehören in den Restmüll. Damit die Rotte auch im Herbst gut läuft, mischst du Grünes und Braunes und zerkleinerst grobe Stängel. Frei werdende Flächen kannst du mit den Wintersaaten von oben belegen oder für die Herbstpflanzungen vorbereiten – und wo nichts mehr nachkommt, gilt ab jetzt die Herbstregel: Boden nie nackt lassen. Eine Mulchschicht aus Laub oder Grasschnitt schützt das Bodenleben und spart dir im Frühjahr Arbeit.

Vlies und Töpfe bereitstellen

Jetzt ist der richtige Moment, das Frostschutz-Arsenal zu sichten: Vlies, Frühbeetaufsätze, Abdeckungen. Auch die Kübel auf Balkon und Terrasse brauchen einen Plan: Zitronengras, Physalis und Lorbeer rücken bei sinkenden Temperaturen erst einmal näher ans schützende Haus und beziehen später ihr Winterquartier – besser jetzt überlegen, wohin, als in der ersten frostigen Nacht improvisieren. Was sich als Abdeckung wofür eignet, liest du in der Frostschutz-Kaufberatung.

Quellen & weiterführende Informationen